Epicondylitis radialis - Tennisellenbogen
Beim Krankheitsbild der Epicondylitis humeri radialis besteht an der Außenseite (bei der Epicondylitis humeri ulnaris an der Innenseite des Ellenbogens) ein Schmerzbereich, der bei der klinischen Prüfung einen sehr eindrücklichen Befund liefert. Dabei werden die Strukturen so belastet, dass es neben Schmerzen auch zu degenerativen Veränderungen und Entzündungen kommen kann. Pathologisch handelt es sich um eine Veränderung der Extensoren- oder Flexorenmuskelursprünge, welche als Insertionstendopathie angesehen werden können. Die meisten Patienten führen ihre Beschwerden auf ihre berufliche Überbelastung, Fehlbelastungen in der Freizeit und sportliche Überbeanspruchungen zurück.
Stand: Juli 2010
Symptome
Das Ausmaß der Beschwerden kann von einer Beeinträchtigung der Ausübung des Berufes, des Sports und der Hobbys bis zu massiven Schwierigkeiten bei alltäglichen Tätigkeiten, wie Hände schütteln, Verschluss einer Flasche usw. führen. In der Regel findet sich über dem Epicondylus ein druckschmerzhafter Bereich, ein durch Dorsalextension im Handgelenk gegen Widerstand oder durch einen Faustschluss und Rotation auslösbarer Schmerz im Bereich der Ansatzstelle der Extensorenmuskeln bzw. Flexorenmuskeln. Begleitend kann eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung auftreten.
Stand: Juli 2010
Diagnostik
Der behandelnde Arzt wird Sie zunächst nach Ihren Beschwerden und nach Gewohnheiten, die Ihre Belastungen am Ellenbogengelenk betreffen befragen. Bei der Untersuchung beurteilen wir die Beweglichkeit der Gelenke und die Beschaffenheit und Funktion von Muskeln und Bändern. Röntgenbilder des Ellenbogengelenks geben Aufschluss über die knöcherne Situation (z.B. Gelenkverschleiß, Fehlstellungen). Meist sind MRT- oder CT-Untersuchungen nicht notwendig, können ggf. aber zur weiterführenden Diagnostik herangezogen werden.
Stand: Juli 2010
Behandlung
Eine Behandlung der Epicondylitis kann konservativ (ohne Operation) oder operativ erfolgen. Zunächst wird jedoch immer  ein konservatives Vorgehen angestrebt. Zur konservativen Therapie zählen:
- Tragen einer Schiene
- Medikamente
- Salbenverbände
- Physiotherapie
- Immobilisation
- Stoßwellentherapie
- lokale Injektionen (z.B. Cortison)
- weitere Maßnahmen
Bei chronischen Formen kann jedoch auch das operative Vorgehen sinnvoll sein. In Abhängigkeit der erhobenen Befunde werden operativ Weichteileingriffe, Denervierung oder auch eine Kombination mit einer Arthroskopie des Ellenbogengelenks eingesetzt.
Stand: Juli 2010
Nachbehandlung
Bei der konservativen Behandlung kann bereits nach Rückgang der akuten Schmerzsymptomatik rasch mit assistiven und aktiven Übungen begonnen werden. Nach Wiedererlangung der freien Beweglichkeit kann mit dem ausgewählten sportartspezifischen Training meist bereits nach 2-3 Wochen begonnen werden.Bei operativem Vorgehen kann nach Abschluss der Wundheilung mit assistiven und aktiven Übungen begonnen werden.
Stand: Juli 2010

