Beinachsfehlstellungen

Abweichung der normalen Beinachsenverhältnisse können die Kräfte, die auf Gelenkflächen einwirken, über das verträgliche Maß hinaus erhöhen. Am Kniegelenk kann sich aus dieser Fehlstellung ein vorzeitiger Verschleiß des Gelenks entwickeln (Arthrose). Die Abweichung zwischen Ober- und Unterschenkel belastet auch die Kapsel- und Bandstrukturen, was zu einer weiteren Zunahme der Fehlstellung führen kann. Ursprünglich waren Durchtrennungen am Oberschenkel- und Unterschenkelknochen und Veränderungen des Winkels zwischen beiden Knochen (Korrekturosteotomien) entwickelt worden um den künstlichen Gelenkersatz bei jungen Patienten (<60J) mit mäßigem Verschleiß des Kniegelenks hinauszuzögern. Durch die technologischen Verbesserungen und die Weiterentwicklung der chirurgischen Techniken hat sich der Stellenwert der Korrekturosteotomien gewandelt. Obwohl die Indikationen enger begrenzt sind, gibt es Patienten, für die eine Umstellungsoperation eine attraktive Alternative zum Gelenkersatz darstellt. In der Kombination mit modernen Knorpeltherapien sind Osteotomien ein integraler Bestandteil der Behandlung von Patienten mit lokalisierten Knorpelschäden und einer Fehlstellung am Kniegelenk.

Stand: Juli 2010

Symptome

Schmerz ist das führende aber oft späte Symptom eines Gelenkverschleißes, wie zum Beispiel am Kniegelenk. Typischerweise berichten die Patienten von einer Zunahme der Beschwerden während oder nach körperlicher Aktivität. Langes Stehen, Gehen oder Rennen, bei denen das Gelenk höheren Belastungen ausgesetzt ist, führt zu Schwellung, Beschwerden und Bewegungseinschränkungen. Oft kann der Schmerz von den Patienten sehr genau lokalisiert werden. Nicht genau lokalisierbare Beschwerden deuten dagegen auf eine größeres Ausmaß der Schäden hin.

Stand: Juli 2010

Diagnostik

Der Arzt wird Sie zunächst nach Ihren Beschwerden erkundigen. Vorausgegangene Operationen und Unfälle sowie Erkrankungen anderer Organsysteme (Herz, Kreislauf, Stoffwechsel) werden erfragt und bewertet. Berufliche und sportliche Belastungen müssen ebenfalls geklärt werden. Anschließend werden Sie körperlich untersucht. Nach dem Röntgenaufnahmen im Stehen angefertigt wurden, kann der Arzt die statischen Verhältnisse des betroffenen Beines berechnen. Unter Berücksichtigung aller Faktoren wird mit dem Patienten besprochen, ob eine Korrekturosteotomie seine Beschwerden lindern kann.

Stand: Juli 2010

Behandlung

Den Erfolg einer Operation beeinflussen verschieden Faktoren:
Das Alter der Patienten, das Körpergewicht, das Ausmaß der Fehlstellung, die Bandverhältnisse, und auch die Größe und Schwere des Knorpelschadens sind nur einige von vielen. Die Patientenerwartungen und Ansprüche an das kosmetische Aussehen werden vor der Operation geklärt. Jeder Operation geht eine präzise Planung voraus. Das Kniegelenk kann je nach vorliegender Fehlstellung (X oder O) in eine bessere Stellung gebracht werden. Man unterscheidet Eingriffe am Oberschenkel und Unterschenkel. Am häufigsten ist das sogenannte O Bein mit Verschleißveränderungen an der Innenseite Varusgonarthrose) Dabei wird der Schienbeinknochen von der Innenseite des Beines kommend angesägt und der Sägespalt um ein bestimmtes, berechnetes Maß aufgeklappt. Hierdurch erfolgt eine Korrektur der Beinachse. Die Korrektur wird mit einer flachen Platte und Schrauben fixiert. Schrauben und Platte sind an die Anatomie des Schienebeins angepasst und stören in der Regel wenig. Moderne Verfahren, wie zum Beispiel die Navigation mithilfe eines Computers unterstützen den Operateur bei der präzisen Durchführung der Operation.

Stand: Juli 2010

Nachbehandlung

Erstes Ziel der Nachbehandlung ist die frühe Wiederherstellung der Beweglichkeit unter schmerzarmen Bedingungen. Eine spezielle Krankengymnastik reduziert die operationsbedingte Weichteilschwellung und hilft den Patienten schneller in das Alltagsleben zurückzukehren. Bis zur Knochenheilung ist zur Sicherheit eine Teilbelastung an 2 Gehstützen sinnvoll. Zur Kontrolle des Operationserfolges wird ein Röntgenbild angefertigt. Nach ca. sechs bis acht Wochen erfolgt eine erneute Röntgenkontrolle. Im Anschluss wird der Arzt mit Ihnen besprechen, ob das Bein wieder voll belastet werden darf. Ausgewählte sportliche Belastungen wie Schwimmen, Radfahren und Skilanglauf sind schon nach einigen Wochen möglich und fördern sogar die Beweglichkeit und Funktion des Gelenks. Die Ausübung von Extremsportarten und Leistungssport- oder Hochleistungsport sind aber auch nach der Operation nicht zu empfehlen, da es sonst zu einem vorzeitigen Verschleiß des nun mehr belasteten Areals des Gelenkes kommen kann.

Stand: Juli 2010

News

16. Mai 2012 Patienteninformationsreihe

Bandscheibenvorfall - muss man operieren?

Kongress "Das Patellofemoral Gelenk"

Wir möchten Sie über den Kongress am 15./16.6.2012 informieren

MRT Kurse 2012

Wir möchten Sie schon jetzt auf die neuen MRT-Kurstermine im Jahr 2012 hinweisen.



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