Knieendoprothetik

Das Knie ist das größte Gelenk des Menschen. Als Verbindungsglied zwischen Oberschenkel und Unterschenkel ist es das zentrale Element in unserem Bewegungsablauf.

Die Bänder (Kreuzbänder, Seitenbänder) geben Halt, die Menisken und der Knorpel sorgen für eine optimale Abrollbewegung. Das Knie ist insbesondere für Beugung und Streckung verantwortlich. Drehbewegungen sind nur bei gebeugtem Kniegelenk möglich.

Arthrose, der Verschleiß von Knorpelsubstanz, ist eine Erkrankung die jährlich Millionen Menschen betrifft.

Ihre Ursachen sind vielfältig z.B.:

  • Beinachsabweichungen
  • Genetische Faktoren
  • Belastung
  • Verletzungen
  • Natürlicher Verschleiß
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Körpergewicht u.a.

Ursächlich für alle Symptome der Arthrose sind die Abnahme, bzw. das völlige Aufbrauchen der Knorpelschichten an Oberschenkelrolle und Unterschenkelplateau.

Stand: Juli 2010

Symptome

Gonarthrose, die Arthrose des Kniegelenks, ist praktisch immer die Folge von jahrelanger chronischer Knieschädigung. Sie ist als langsam fortschreitender Prozess zu sehen.

Die Symptome sind vielfältig und variabel in ihrer Ausprägung, da der Schmerz von der Gelenkschleimhaut, Gelenkkapsel, Sehnen- oder Bandansätzen, Muskulatur und Knochen kommen kann.Häufig besteht eine Schmerzsymptomatik, einerseits bei und nach Belastung, aber auch als „Anlaufschmerz“ nach längerer Pause.

Sehr schmerzhaft könne v.a. auch tiefes Hocken oder Treppensteigen sein. Kniegelenksschwellungen nach oftmals nur geringer körperlicher Belastung sind ebenfalls Anhaltspunkte für eine Schädigung des Kniegelenks. Auch Krepitationen, d.h. Reibegeräusche im Kniegelenk sind Hinweise auf eine Kniegelenksarthrose.

Im weiteren Verlauf kommt es zu Einschränkungen der Beweglichkeit, Kniedeformitäten und einer erheblichen Minderung der Lebensqualität.

Stand: Juli 2010

Diagnostik

Die Diagnose Arthrose ist wie immer anhand des Krankheitsverlaufes des Patienten, seiner Symptome und der genauen klinischen Untersuchung zu stellen.

Bei Verdacht auf eine Gonarthrose wird dann immer die Röntgendiagnostik genutzt um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen. Die Röntgenaufnahme des Gelenks zeigt typische Zeichen einer Arthrose. Dies sind zum einen die Verschmälerung des Gelenkspalts zwischen Ober- und Unterschenkel, eine Sklerosierung des Knochens (d.h. eine reaktive Verdichtung der Knochen) und Deformierungen an Ober- und Unterschenkel. Vor einer Prothesenoperation wird eine Ganzbeinstandaufnahme zur Beurteilung der Achsverhältnisse angefertigt. Als weitere Untersuchungsmethoden ist selten die Anfertigung einer Kernspintomographie (MRT) notwendig.

Arthroskopisch wird die Arthrose in 4 Grade eingeteilt:

  • Grad 1: Unebenheiten des Knorpels
  • Grad 2: Veränderungen an weniger als 50% der Knorpeltiefe
  • Grad 3: Veränderungen an mehr als 50% der Knorpeltiefe
  • Grad 4: Knorpelverlust bis auf den freiliegenden Knochen

Stand: Juli 2010

Behandlung

Das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten ist vielfältig. Konservative Maßnahmen umfassen u. a. Physiotherapie und Muskelaufbautraining, Physikalische Maßnahmen, Bewegungsanpassung an ausgewählte Belastungen und Versorgung mit speziellen Schuheinlagen. Dazu kommt die medikamentöse Therapie mit Schmerzmedikamenten, entzündungshemmenden Medikamenten und zunehmend auch knorpelmodifizierende Substanzen wie z.B. Hyaluronsäure, welche direkt in das Gelenk injiziert werden. All diese Maßnahmen haben aber zumeist nur schmerzlindernden Charakter und weisen bei längerer Anwendung zum Teil erhebliche Nebenwirkungen auf.

Bei großflächigen Knorpelschäden die nicht mit modernen Knorpelverfahren behandelt werden können, auf konservative Maßnahmen nicht ansprechen und entsprechende Beschwerden verursachen, besteht operativ die Möglichkeit des Oberflächenersatzes in Form einer Knieprothese. Dieser ersetzt die zerstörten Gelenkteile und ahmt die Form und Funktion eines normalen Gelenks nach. Generell gibt es die Möglichkeit die Prothese zementfrei bzw. zementiert zu fixieren. Ersetzt werden nur die Gelenkanteile die von der Arthrose betroffen sind. Darum unterscheidet man auch prinzipiell 3 verschiedene Prothesentypen:

  1. einseitiger (=unikondyläre) Oberflächenersatz, Schlittenprothese
  2. kompletter Oberflächenersatz
  3. achsgeführter Oberflächenersatz, bei gleichzeitig bestehender Schwäche der Kniebandstrukturen.

Welcher Prothesentyp zum Einsatz kommt ist immer von mehreren Faktoren abhängig (u.a. Alter, Beinachsen u.a.). Die Operation selbst dauert zwischen 60 und 100 Minuten. Grundsätzlich ist eine Operation in Vollnarkose aber auch Teilnarkose möglich. Die Sportklinik nimmt Teil am extern, vergleichenden Qualitätssicherungsprogramm der GeQiK (www.gequik.de). Alle Erstimplantationen (Modul 17/5) und Prothesen-Wechsel (Modul 17/7) werden zentral erfasst und kontrolliert.

Stand: Juli 2010

nachbehandlung

Die Nachbehandlung beginnt bereits während Ihres stationären Aufenthaltes. Unsere physiotherapeutische Abteilung wird mit Bewegungsübungen des Kniegelenks beginnen und mit Ihnen das sichere Gehen an Unterarmgehstützen erlernen. Nach dem Stationären Aufenthalt von ca. 7-10 Tagen ist es möglich eine Anschlussrehabilitation in die Wege zu leiten. Mit Unterstützung unserer Sozialberatung werden wir die für Sie geeignete Form, ambulant oder stationär, finden und mit Ihrer Krankenkasse koordinieren.

Nach erfolgreicher Implantation ist es möglich schmerzfrei wieder am Alltag teilzuhaben. Auch ausgewählte sportliche Belastung ist wieder möglich, sollte jedoch zunächst unter ärztlicher Anweisung erfolgen.

Regelmäßige Nachkontrollen der einliegenden Prothese sollten erfolgen.

Die Funktionsdauer einer Prothese ist unterschiedlich. Man kann jedoch von einer Zeit von 10 bis 20 Jahren ausgehen, ehe ein Prothesenwechsel notwendig wird. Es ist möglich mehrere Prothesenwechsel vorzunehmen.

Stand: Juli 2010

News

16. Mai 2012 Patienteninformationsreihe

Bandscheibenvorfall - muss man operieren?

Kongress "Das Patellofemoral Gelenk"

Wir möchten Sie über den Kongress am 15./16.6.2012 informieren

MRT Kurse 2012

Wir möchten Sie schon jetzt auf die neuen MRT-Kurstermine im Jahr 2012 hinweisen.



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