Engpass-Syndrome

Das Impingement-Syndrom (=Engpass-Syndrom) bezeichnet die schmerzhafte Enge zwischen dem knöchernen Schulterdach und dem Oberarmkopf beim seitlichen Heben des Armes. Der Name leitet sich ab vom Englischen "to impinge" = aufprallen, auftreffen, stoßen.

Die Sehnen, die den Oberarmkopf wie eine Manschette umgeben, und der daraufliegende Schleimbeutel können bei verschiedenen Bewegungen unter dem Schulterdach eingeengt werden. Dies führt oft zu typischen Beschwerden im vorderen äußeren Schulterbereich. Dabei werden die Strukturen so belastet, dass es neben Schmerzen zu degenerativen Veränderungen und Entzündungen kommen kann. Die Einengung kann mechanisch (Knochenvorsprünge), funktionell (gestörter Bewegungsablauf, Instabilität) oder durch eine Kombination beider bedingt sein.

Stand: Juli 2010

Symptome

Im Vordergrund stehen die Beschwerden bei aktiver Seitführung des Armes, insbesondere gegen Widerstand im mittleren Bereich (= sog. schmerzhafter Bogen).
Die passive und aktive Beweglichkeit muss nicht eingeschränkt sein. Bei Seitheben (Abduktion) über 120 Grad wird der Raum unter dem knöchernen Schulterdach durch Tiefer treten des Oberarmkopfes wieder erweitert und die Bewegung daher häufig wieder schmerzfrei.
Neben dem Abduktionsschmerz bestehen oft chronische Beschwerden bei monotoner Belastung, aber auch in Ruhe. Zum Teil wird auch eine gestörte Nachtruhe beim Liegen auf der betreffenden Schulter beklagt.

Stand: Juli 2010

Diagnostik

Das Syndrom selbst kann durch die Krankengeschichte und die spezielle klinische Untersuchung meist diagnostiziert werden.
Spezielle Röntgenaufnahmen können das Schulterdach und das Schultereckgelenk mit eventuell vorhandenen Knochenveränderungen sichtbar machen.
Mit der Sonographie kann ein begleitender Riss der Rotatorenmanschette oder auch eine Schleimbeutelentzündung nachgewiesen werden.
Eine MRT-Untersuchung (Kernspintomographie) ist meist nicht notwendig, kann jedoch für bestimmte Fragestellungen eingesetzt werden.
Durch eine Injektion in den Raum unterhalb des knöchernen Schulterdaches kann ein sog. "Ausschalttest" durchgeführt werden. Dieser dient der ergänzenden Diagnostik und kann gleichzeitig therapeutisch eingesetzt werden.

Stand: Juli 2010

Behandlung

Bei akuten Beschwerden können physikalische Anwendungen und cortisonhaltige Injektionsbehandlungen durchgeführt werden. Begleitend werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente aus der Gruppe der sogenannten nichtsteroidale Antiphlogistika ( wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen etc.) empfohlen.
Funktionelle Ursachen können oft nur konservativ behandelt werden, strukturelle meist nur operativ. Als operativer Eingriff wird eine Gelenkspiegelung (= Arthroskopie) vorgenommen, bei der die entzündeten Schleimbeutelanteile entfernt und Teile des knöchernen Schulterdaches abgetragen werden. So wird operativ das schmerzhafte Entzündungsgewebe entfernt und mehr Bewegungsspielraum für die Sehnenplatte geschaffen.
Die Arthroskopie mit knöcherner Erweiterung des Raumes unterhalb des Schulterdaches dauert je nach Befund ca. 20-40 Minuten. Der folgende stationäre Aufenthalt ist in der Regel nur kurz.

Stand: Juli 2010

Nachbehandlung

Unmittelbar nach der Operation wird ein Verband angelegt und der Arm so kurzfristig ruhiggestellt. Am ersten Tag nach der Operation wird mit der physiotherapeutischen Beübung in unserer Klinik begonnen.
In den meisten Fällen erfolgt eine sogenannte "freifunktionelle Nachbehandlung", d.h. in Abhängigkeit von Schmerzen und Schwellung darf der Arm ohne Limitierung beübt werden. Wichtig ist hierbei eine vorsichtige Beübung, da eine große innere Wundfläche vorliegt. Der Verband (=Gilchristverband) wird in der Regel nur 3-5 Tage schmerzabhängig getragen.

Stand: Juli 2010

News

16. Mai 2012 Patienteninformationsreihe

Bandscheibenvorfall - muss man operieren?

Kongress "Das Patellofemoral Gelenk"

Wir möchten Sie über den Kongress am 15./16.6.2012 informieren

MRT Kurse 2012

Wir möchten Sie schon jetzt auf die neuen MRT-Kurstermine im Jahr 2012 hinweisen.



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