Rotatorenmanschette

Die Schulter ist aufgrund ihrer hohen Beweglichkeit sehr beansprucht und damit verletzungsanfĂ€llig, so dass es insbesondere mit zunehmendem Alter vermehrt zu SehnenverĂ€nderungen und Rissen kommen kann. Hiervon betroffen ist hĂ€ufig die sogenannte Rotatorenmanschette (= Sehnenplatte der oberarmkopfumgreifende Muskulatur). Prinzipiell gibt es drei verschiedene Entstehungsmechanismen. Der rein aufgrund eines Unfalls entstandene Riss einer gesunden Sehne ist dabei sehr selten und erfordert eine große Krafteinwirkung beim Unfallgeschehen. HĂ€ufiger sind schleichend aufgrund von Sehnenabnutzung entstandene Risse oder die Kombination aus beiden, d.h. durch einen Unfall reißt eine bereits vorgeschĂ€digte Sehne ab.
Ein Riss oder Defekt in der Rotatorenmanschette muss dabei nicht unbedingt zu Symptomen fĂŒhren, viele Risse bleiben unbemerkt. Behandelt werden Risse, die Symptome machen und damit die LebensqualitĂ€t deutlich einschrĂ€nken.

Stand: Juli 2010

Symptome

Wird ein Riss in der Rotatorenmanschette festgestellt, bestehen oft schon seit Monaten oder Jahren Schulterschmerzen in unterschiedlicher IntensitĂ€t. Eine VerstĂ€rkung des Schmerzes fĂŒhrt dann hĂ€ufig zu weiteren Untersuchungen und zur Feststellung des Risses. Schmerzen treten dabei hĂ€ufig bei Arbeiten in Überkopfhöhe auf. Aufgrund der gleichzeitig entstehenden EntzĂŒndung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach treten zudem oft  EntzĂŒndungsschmerzen nachts auf.
Durch die fehlende Kraft aufgrund der gerissenen Sehnen, sowie aufgrund der Schmerzen kommt es hÀufig auch zu EinschrÀnkungen der Beweglichkeit.
Im Extremfall kann direkt nach einem Sturzereignis der Arm fast nicht mehr bewegt werden.
Bestehen chronische Schulterschmerzen die sich unter UmstĂ€nden verstĂ€rken oder klingen Schmerzen nach einem Sturzereignis nicht mit der Zeit ab, sollten weitere Untersuchungen wie z.B. eine Kernspintomographie durchgefĂŒhrt werden.

Stand: Juli 2010

Diagnostik

ZunĂ€chst wird vom Arzt die genaue Krankheitsgeschichte erhoben und eine klinische Untersuchung mit verschiedenen Tests durchgefĂŒhrt.
ZusĂ€tzlich sollte eine Röntgenaufnahme erstellt werden um z.B. Verkalkungen im Bereich der Schulter auszuschließen, welche Ă€hnliche Symptome zeigen können, sowie um einen Engpass unter dem Schulterdach oder das Vorliegen einer Arthrose zu erkennen.
Besteht der Verdacht auf eine Rotatorenmanschettenverletzung kann auch eine Ultraschalluntersuchung der Sehnen durchgefĂŒhrt werden. Zeigt sich der Verdacht auf einen Riss bestĂ€tigt kann eine Kernspintomographie nötig werden. Hierbei können die Weichteile ohne Strahlenbelastung beurteilt werden, d.h. die Sehnen, Muskeln, die Schleimbeutel sowie die Schulterkapsel und BĂ€nder.

Stand: Juli 2010

Behandlung

Zur Behandlung stehen prinzipiell die konservative und die operative Therapie zur VerfĂŒgung.
Die jeweilige Entscheidung fĂŒr eine der beiden Therapien muss dabei im Einzelfall individuell gestellt werden und hĂ€ngt von vielen Faktoren ab. Dabei spielt die SchmerzintensitĂ€t, die EinschrĂ€nkung im Alltagsleben, sowie der AktivitĂ€tsgrad und sportliche Anspruch des betroffenen Patienten eine Rolle. Das Alter spielt hierbei eine eher untergeordnete Rolle.
An konservativer Therapie kann Krankengymnastik in Verbindung mit anderen Maßnahmen wie Elektro- und Ultraschalltherapie durchgefĂŒhrt werden, es können Injektionen durchgefĂŒhrt werden oder entzĂŒndungshemmende Medikamente eingenommen werden.
FĂŒhrt dies nicht zum Erfolg oder liegen massive Schmerzen vor, sollte eine Operation nicht zu lange hinausgeschoben werden, da sich der Riss mit der Zeit vergrĂ¶ĂŸern kann.
Bei der Operation wird zunĂ€chst durch eine Arthroskopie (=Schulterspiegelung) die Situation genau beurteilt und ĂŒber die notwendige Nahtmethode entschieden. Die Naht der Sehnenplatte kann dann offen, praktisch immer aber auch arthroskopisch ĂŒber mehrere kleine Schnitte erfolgen. Begleitend wird meist gleichzeitig die knöcherne Enge unter dem Schulterdach erweitert und der entzĂŒndete Schleimbeutel entfernt.

Unser Technologie Partner Arthrex Inc. bietet Ihnen auf der Patienteninformationsseite OrthoIllustrated einen detailierten Einblick in einige aktuelle Techniken, die auch an der Sportklinik Stuttgart zur Anwendung kommen. Insbesondere die Animationen zur Rekonstruktion der Rotatorenmanschette sind sehr informativ gestaltet.

Stand: Juli 2010

Nachbehandlung

Es ist wichtig fĂŒr Betroffene zu wissen, dass nach einer Rotatorenmanschettennaht eine ganz spezielle Nachbehandlung notwendig wird und die gesamte Rehabilitationsphase 3-6 Monate dauern kann.
In unserem Haus wurde ein spezielles Nachbehandlungsprogramm erstellt, welches stÀndig den aktuellen Erkenntnissen und Erfahrungen angepasst wird.
Dieses Nachbehandlungsprogramm geben wir Ihnen nach der Operation zur Weitergabe an den behandelnden Physiotherapeuten mit nach Hause.
Die ersten sechs Wochen tragen Sie den Arm in einem Armkissen gelagert, gleichzeitig wird noch in der Klinik mit der Krankengymnastik begonnen.
Die Nachbehandlung kann prinzipiell als ambulante/stationĂ€re Anschlussheilbehandlung oder ambulant in einer Physiotherapiepraxis durchgefĂŒhrt werden. Wichtig zu wissen ist, dass die stationĂ€re Reha nur in speziellen EinzelfĂ€llen von den Krankenkassen erstattet wird.

Stand: Juli 2010

News

16. Mai 2012 Patienteninformationsreihe

Bandscheibenvorfall - muss man operieren?

Kongress "Das Patellofemoral Gelenk"

Wir möchten Sie ĂŒber den Kongress am 15./16.6.2012 informieren

MRT Kurse 2012

Wir möchten Sie schon jetzt auf die neuen MRT-Kurstermine im Jahr 2012 hinweisen.



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