Schultereckgelenkverletzung
Verletzungen des Schultereckgelenkes treten häufig bei Sportverletzungen auf, hierbei stehen Sportarten wie Eishockey, Skifahren, Ringen, Judo, Rad- und Motorsport und Rugby im Vordergrund. Männer sind fast zehnmal häufiger als Frauen betroffen. Der typische Unfallmechanismus ist der Sturz auf die Schulter bei anliegendem Arm, seltener eine indirekte Gewalteinwirkung wie der plötzliche Zug am Arm oder der Sturz auf die Hand bei ausgestrecktem Arm. Dadurch kann es zu einer Verletzung der Bandstrukturen des Schultereckgelenkes kommen.
Stand: Juli 2010
Symptome
Oft zeigt sich eine Schonhaltung des betroffenen Armes, da jede Bewegung - insbesondere Abspreizen vom Oberkörper - schmerzhaft ist. Es findet sich eine druckschmerzhafte Schwellung über dem Schultereckgelenk mit Hochstand des äußeren Schlüsselbeinendes. Je nach Instabilität läst sich das sog. Klaviertastenphänomen durch Stufenbildung des äußeren Schlüsselbeinendes auslösen.
Stand: Juli 2010
Diagnostik
Nach Schilderung des Unfallereignisses erfolgt die klinische Untersuchung. Anschließend die Röntgendiagnostik. Ein Bruch des Schlüsselbeines sollte hier unbedingt ausgeschlossen werden. Das Ausmass der Instabilität und damit der Umfang der Bandverletzung wird in einer vergleichende Röntgenaufnahme beider Schultereckgelenke unter Belastung beurteilt. Die vorliegendeSeiten-Differenz gibt gute Anhalte für das Ausmaß der Bandbeteiligung und legt den Grad der Verletzung fest.
In Abhängigkeit von der Stärke der einwirkenden Kraft kann das Ausmaß der Verletzung von einer Bänderdehnung bis zum vollständigen Riss reichen. Diese Verletzung wird nach "Rockwood" in sechs unterschiedliche Grade eingeteilt, wobei Grad I einer leichten Bänderdehnung entspricht.
Stand: Juli 2010
Behandlung
Aufgrund der klinischen Untersuchung und der Röntgenbefunde wird zwischen einer konservativen und operativen Behandlung entschieden.
Bei Schultereckgelenkverletzungen Rockwood I bis II kann eine konservative Behandlung erfolgen. Diese beinhaltet eine kurzzeitige Ruhigstellung im Verband, mit schnell rückläufiger Schmerzsymptomatik. Danach können aktive Bewegungsübungen ohne Limitierung des Bewegungsausmaßes unter krankengymnastischer Betreuung durchgeführt werden.
Bei einer Rockwood III Verletzung ist in Abhängigkeit der beruflichen und sportlichen Situation sowohl eine konservative als auch operative Therapie möglich.Â
Bei höhergradigen Schultereckgelenksverletzungen (Rockwood IV-VI) ist eine operative Stabilisierung indiziert, hierzu kommen verschiedene, auch minimal-invasive Operationsmethoden zum Einsatz.
Unser Technologie Partner Arthrex Inc. bietet Ihnen auf der Patienteninformationsseite OrthoIllustrated einen detailierten Einblick in einige aktuelle Techniken, die auch an der Sportklinik Stuttgart zur Anwendung kommen. Insbesondere die Animation zur Versorgung der akuten Schultereckgelenkssprengung (mittels AC TightRope) ist hier zu erwähnen.
Stand: Juli 2010
Nachbehandlung
Bei konservativem Vorgehen kann bereits nach Rückgang der akuten Schmerzsymptomatik rasch mit assistiven und aktiven Übungen begonnen werden. Nach Wiedererlangung der freien Beweglichkeit kann mit dem ausgewählten sportartspezifischen Training meist bereits nach 2-3 Wochen begonnen werden. Kontaktsportarten bzw. Gewichtheben sollte frühestens nach 6 Wochen wieder aufgenommen werden.
Bei operativem Vorgehen kann nach Abschluss der Wundheilung mit assistiven und aktiven Übungen begonnen werden. Für die ersten sechs Wochen ist das Anheben des Armes über die Horizontale nicht erlaubt. Kontaktsportarten bzw. Sportarten mit schwerem Heben sollten frühestens drei Monate postoperativ wieder begonnen werden, in jedem Fall jedoch nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.
Stand: Juli 2010

