Achillessehnenverletzungen
Die Achillessehne (AS) ist die Verbindung zwischen Fersenbein und der Wadenmuskulatur. Verschleißerscheinungen und Verletzungen der AS sind aufgrund der ständigen und hohen Belastungen sowie der schlechten Durchblutung häufig.
Ein Riss der AS tritt oft plötzlich und ohne Vorankündigung im Sport auf. Zur Verletzung kommt es durch Vordehnung und gleichzeitig aktiver Anspannung der Sehne wie bei Abstopp-/ Antrittbewegungen. Häufig im ermüdeten Zustand oder bei begleitenden Knick-Drehbewegungen des Sprunggelenks. Seltener sind direkte Tritt-/ Schlagverletzungen. Sportarten wie Tennis, Squash, Fußball usw. beinhalten ein erhöhtes Risiko für AS Verletzungen.
Stand: Februar 2013
Symptome
Meistens trifft es den aktiven Sportler zwischen dem 30.-50. Lebensjahr. Patienten hören meistens einen "lauten Knall" und / oder beschreiben das Gefühl, dass ihnen "jemand hinten rein tritt". Es kommt zum kurzen Schmerz in der Ferse und anschließender Belastungsunfähigkeit bzw. Bewegungseinschränkung des Sprunggelenkes.
Begünstigt wird ein Riss durch Verschleiß bzw. Abnutzung.
Selten kommt es gleichzeitig zum knöchernen Ausriss.
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Diagnostik
Für die Diagnostik ist der Unfallhergang (Anamnese) wichtig.
Bei der körperlichen Untersuchung gibt es verschiedene Tests, die den Riss bestätigen. Hierzu gehört der Thompsontest. Bei diesem wird die Wadenmuskulatur in der Mitte gedrückt. Da die AS keinen Kontakt zur Ferse hat bewegt sich diese auch nicht. Ein Zehenspitzenstand auf dem betroffenen Fuß ist nicht möglich.
Nicht selten sieht man an der Rupturstelle eine Delle, die auch tastbar ist. Begleitend hierzu ist häufig ein Bluterguss sichtbar.
Der Verdacht einer Achillessehnenruptur kann mit einer Ultraschalluntersuchung bestätigt werden. Bei weiterer Unsicherheit kann eine kernspintomographische Untersuchung vorgenommen werden.
Zum Ausschluss eines knöchernen Ausriss kann ein Röntgenbild angefertigt werden.
Behandlung
Primär kann eine Achillessehnenruptur konservativ oder operativ behandelt werden. Im angelsächsischen Raum wird eine konservative Behandlung mit 6-wöchiger Ruhigstellung in einem Spezialschuh bevorzugt. Es sind häufigere Kontrolluntersuchungen erforderlich. Es bleibt die Gefahr der AS-Verlängerung mit Kraftverlust. Zusätzlich ist eine hohe Compliance des Patienten notwendig.
Eine operative Versorgung hat den Vorteil einer sicheren Sehnenadaption in physiologischer Stellung, eine bessere funktionelle Nachbehandlung und eine geringere Rerupturrate im Vergleich zur konservativen Behandlung.
Frische Achillessehnenrisse können meist mit einer
- Percutanen Naht (kleine Schnitte)
Seltener mit einer
- Offenen Naht versorgt werden.
Ältere Risse mit
- Offener Naht
- Sehnenplastik
- Sehnentransfer behandelt werden
Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 3-4 Tage
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Nachbehandlung
Es erfolgt eine funktionelle Nachbehandlung ohne festen Gips um Bewegungseinschränkungen und Muskelschwund entgegen zu wirken.
Nach der OP bekommt der Patient eine Steigbügelgipsschiene angelegt.
Dies ist eine Schiene über dem Schienbein, die den Fuß in einer entlastenden Spitzfußstellung hält.
Während des stationären Aufenthaltes bekommt der Pat einen Spezialschuh angepasst. Mit diesem Schuh ist eine frühe Mobilisation ohne Gehstützen und eine Alltagstauglichkeit gegeben. Eine Absatzerhöhung wird stufenweise reduziert. In der Regel kann nach ca. 9-16 Wochen wieder ein normaler herkömmlicher Schuh getragen werden.
Bewegungsumfang des Sprunggelenks, Belastung im und später ohne Spezialschuh sowie die muskuläre Aktivität werden stufenweise gesteigert.

