Kapselbandverletzung

Am Sprunggelenk treten eine Reihe von Verletzungen und Verschleißerkrankungen auf. Es steht, wie das Knie, unter der Last des gesamten Körpers. Häufig sind Verletzungen des Kapsel-Band-Apparates die typischerweise bei Umknickverletzungen auf unebenem Untergrund und Risikosportarten wie Fußball, Tennis, usw. auftreten.
Das Sprunggelenk verbindet Unterschenkel und Fuß über zwei Teilgelenke:
Dem oberen Sprunggelenk (Wadenbein, Schienbein, Sprungbein) und dem unteren Sprunggelenk (Sprungbein, Fersenbein, andere Fußwurzelknochen).
Das obere Sprunggelenk wird durch starke innen und außen liegende Bänder, sowie der Kapsel stabilisiert.
Am Außenknöchel gibt es 3 wichtige Bandstrukturen, am Innenknöchel ein fächerförmiges Band und zusätzlich eine sehr starke Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein (die sogenannte Syndesmose).

Stand: Juli 2010

Symptome

Nach einer Umknickverletzung kommt es meist zu einer starken Schmerzhaftigkeit am Außen- oder Innenknöchel mit begleitender Schwellung, die jedoch nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Verletzungsschwere steht. Die Belastbarkeit ist oft schmerzhaft eingeschränkt und die Beweglichkeit reduziert. Ein Bluterguss kann nach einigen Stunden häufig gefunden werden und in seltenen Fällen gibt es offene Hautwunden.

Stand: Juli 2010

Diagnostik

Der Unfallmechanismus und die Intensität der direkten oder indirekten Gewalteinwirkung können Hinweise auf die verletzten Strukturen geben. Durch eine gründliche klinische Untersuchung und spezielle Test für Bandapparat, Sehnen usw. kann eine Diagnose gut eingegrenzt werden. Zum Ausschluss einer knöchernen Verletzung ist eine Röntgenuntersuchung notwendig. Der Ultraschall und in seltenen Fällen eine MRT-Untersuchung helfen Sehnen, Kapsel-Band-Apparat und Einblutungen genauer beurteilen zu können.So kann die Schwere der Verletzung gut eingeschätzt werden.

Stand: Juli 2010

Behandlung

Therapeutisch wird in der Akutphase nach dem PECH-Schema (Pause, Eis, Kompression, Hochlagerung) behandelt.
Die weitere Behandlung richtet sich nach Instabilität, Weichteilschaden und möglichen Begleitverletzungen (z.B. Knorpel/Knochen).
Eine OP-Indikation ist eventuell gegeben bei:

  • Ausgeprägter Instabilität
  • Syndesmosenruptur
  • Knorpel/Knochenverletzungen
  • Offenen Verletzungen
  • Chronischer Instabilität (z.B. nach unzureichender Behandlung)

Ziel der Operation ist eine anatomisch korrekte Bandrekonstruktion durch:

  • Bandnaht
  • Knochenhautlappen (sogenannter Periostlappen)
  • Selten: Sehnentransplantat

Eine Operation ist jedoch selten notwendig, so dass die meisten Verletzungen konservativ behandelt werden können.

Stand: Juli 2010

Nachbehandlung

Zur Ruhigstellung ist immer eine äußere Stabilisierung notwendig, deren Zeitdauer und Umfang richtet sich nach der Instabilität, des Weichteilschaden bzw. nach dem durchgeführten operativen Eingriff. Je nach Verletzungsausprägung wird für 2 bis 6 Wochen eine Stabilisierung empfohlen, z.B. mit Tape (nach Abschwellung) oder Orthese.

Zusätzlich ist ein "muskuläres Taping" zur aktiven Sprunggelenks-Stabilisierung mit Pronatoren- und Propriozeptionstraining notwendig. Das heißt eine Stärkung und koordinative Schulung der Sprunggelenk-umgreifenden und -schützenden Muskulatur.

Stand: Juli 2010

News

16. Mai 2012 Patienteninformationsreihe

Bandscheibenvorfall - muss man operieren?

Kongress "Das Patellofemoral Gelenk"

Wir möchten Sie über den Kongress am 15./16.6.2012 informieren

MRT Kurse 2012

Wir möchten Sie schon jetzt auf die neuen MRT-Kurstermine im Jahr 2012 hinweisen.



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