Zehendeformitäten
Der Hallux valgus ist eine Fehlstellung der Großzehen mit Abweichung im Grundgelenk. Durch die Deformität können Schmerzen und eine Gelenkabnutzung entstehen.
Die Hälfte der meist weiblichen Patienten weist eine Erkrankung auf beiden Seiten auf. Der 1. Strahl der Fußknochen endet im Großzeh. Die Funktion des ersten Strahls ist entscheidend für ein normales Gangbild. Eine Deformität (Fehlstellung) führt häufig zur Störung des Gangbildes und damit zunehmenden Beschwerden.
Häufige Ursachen des Hallux valgus sind falsches Schuhwerk, genetische Veranlagung und eine Spreizfußdeformität.
Hammer- und Krallenzehen begleiten die (Hallux valgus) Fehlstellung des Großzehs oft, können aber auch isoliert bei Fußfehlformen wie Spreizfuß und Ballenhohlfuß auftreten. Bei diesen Fehlstellungen liegt ein Missverhältnis zwischen Zehenbeugern und Zehenstreckern auf. Auch hier ist oft das Tragen von zu engen und falschen Schuhwerks an der Entstehung beteiligt.
Stand: Juli 2010
Symptome
Nicht alle Patienten mit Großzehendeformitäten haben Beschwerden, die häufigsten Symptome sind Schmerzen im Bereich des Großzehengrundgelenks mit teilweise geröteter Druckstelle der Haut über der Knochenvorwölbung und/oder Belastungsbeschwerden v.a. beim Abrollen. Begleitend kann eine Bewegungseinschränkung auftreten. Enges Schuhwerk kann aus diesem Grund häufig nicht getragen werden. Krallenzehen sind häufig durch Hornhautvermehrung auf der Rückseite schmerzhaft. Hammerzehen führen durch vermehrten Bodenkontakt der Zehenkuppen zu Beschwerden.
Stand: Juli 2010
Diagnostik
Der Arzt wird sie zunächst nach Ihren Beschwerden und nach Gewohnheiten, die Ihre Schuhe betreffen befragen. Bei der Untersuchung beurteilen wir die Fußform, die Beweglichkeit der Gelenke und des Vorfußes, die Beschwielung der Fußsohlen, die Beschaffenheit und Funktion von Muskeln und Bändern. Röntgenbilder des Vorfußes geben Aufschluss über die knöcherne Situation, hier können Gelenkverschleiß, Fehlstellungen und weitere Parameter bestimmt werden, die für die Therapieentscheidung relevant sind. Selten sind MRT- oder CT-Untersuchungen notwendig.
Stand: Juli 2010
Behandlung
- Die Behandlung der Fehlstellungen des Vorfußes kann konservativ (ohne Operation) oder durch eine Operation erfolgen. Zur konservativen Therapie zählen Medikamente, Gelenkmobilisation und muskuläre Stabilisierung, sowie die Anpassung geeigneter orthopädischer Hilfsmittel u.a.:
- Einlagen
- Schuhzurichtungen
- Nachtlagerungsschienen
Operativ werden in Abhängigkeit der erhobenen Befunde knöcherne Korrekturen, Weichteileingriffe oder eine Kombination der Verfahren eingesetzt.
Von den vielen verschieden OP-Möglichkeiten werden häufig folgende eingesetzt:
- Osteotomien
- Resektionsarthroplastiken
- Weichteileingriffe an Sehnen und Kapsel
Und selten:
- Arthrodesen (Gelenkversteifungen)
- Großzehengrundgelenksprothesen
Stand: Juli 2010
Nachbehandlung
Alle Patienten, die sich einer Vorfußoperation unterzogen haben müssen in der ersten Zeit mit einer Schwellung des Fußes rechnen. Ein Schwerpunkt der frühen Nachbehandlung liegt deshalb in der Überwachung der Wundheilung und der Verordnung abschwellender Maßnahmen. Falls ein Knochen durchtrennt wurde, ist eine Entlastung in einem speziellen Operationsschuh notwendig. Alltagstätigkeiten sind nach ca. 3 Wochen wieder möglich. Der Arzt wird nach knöchernen Eingriffen etwa sechs Wochen nach der Operation ein Röntgenbild anfertigen und mit dem Patienten besprechen, ob eine volle Belastung des Fußes wieder möglich ist. Eine spezielle Lagerungsschiene für den Großzeh kann notwendig sein.
Stand: Juli 2010

