Therapie chronischer Rückenschmerzen

Diskographie oder Bandscheiben-Stimulations-Test

Was ist das?

Eine Diskographie ist eine diagnostische Untersuchung um die innere Struktur der Bandscheibe darzustellen, um festzustellen ob sie Schäden aufweist. Es ist ein diagnostisches Verfahren, keine Behandlung. Ein Kontrastmittel wird in die Bandscheibe gespritzt und ein Röntgenbild wird gemacht. Dieses kann Risse am Bandscheibenring darstellen. Das Röntgenbild kann verwendet werden um den weiteren Therapieplan gegen Ihre Rückenschmerzen aufzustellen wie, RF, IDET, Nucleoplastie oder ein chirurgischer Eingriff.

Warum sollte ich eine Diskographie durchführen lassen?

Eine Diskographie kann relativ sicher aussagen, ob Ihr Schmerz von der Bandscheibe kommt. Im Alter oder nach einer Verletzung, kann die Wand der Bandscheibe Risse bekommen. Dies wird als innere Bandscheibenruptur oder degenerative Bandscheibenveränderung bezeichnet. Wenn die Bandscheibe Schmerzen verursacht, strahlen diese üblicherweise in das Gesäß oder die Beine aus. Schmerzen ausgelöst von den Facettengelenken und dem Sacroiliacalgelenk, können nur schwer durch die Anamnese oder ein MRT, von Schmerzen durch die Bandscheibe unterschieden werden. Eine Diskographie ist die beste Untersuchung, um festzustellen ob Ihre Schmerzen durch eine beschädigte Bandscheibe ausgelöst werden.

Wie wird es durchgeführt?

Sie können während der Untersuchung ein Medikament bekommen, was Ihnen hilft sich zu entspannen. Ein Lokalanästhetikum wird vor dem Einführen der Nadel mit einem Kontrastmittel verabreicht. Das Kontrastmittel wird verabreicht, während der Eingriff Monitorüberwacht wird. In seltenen Fällen wird ein CT der schmerzenden Bandscheibe gemacht, nachdem das Kontrastmittel verabreicht wurde, um weitere Schäden an dieser auszuschließen.

Schmerzt die Untersuchung?

Diese Untersuchung beinhaltet das Einführen einer Nadel durch die Haut bis tief ins Gewebe, so dass ein leichter Schmerz empfunden wird. Ihr Arzt betäubt die Haut und das Gewebe mit einem Lokalanästhetikum. Wenn Ihre Bandscheibe beschädigt ist, kann das Kontrastmittel den üblich bekannten Schmerz für ein bis zwei Tage auslösen. Kühlende Packungen und Schmerzmittel können den Schmerz für gewöhnlich lindern.

Wie lange dauert die Untersuchung?

20 – 30 Minuten, abhängig von der Anzahl der zu untersuchenden Bandscheiben.

Was sollte ich nach der Untersuchung tun?

Wir raten den Patienten, sich am Tag der Untersuchung und einen Tag danach zu schonen. In den nächsten Tagen sollten sie die Stellen für 20 – 30 Minuten mehrmals täglich kühlen. Sie können dann leichten Tätigkeiten nachgehen. Ihr Arzt wird Ihnen wenn nötig bestimmte Tätigkeiten untersagen.

Was sind die Risiken und Nebenwirkungen einer Diskographie?

Im Allgemeinen ist diese Untersuchung unbedenklich. Wie bei allen Eingriffen jedoch, gibt es Risiken und Nebenwirkungen. Die häufigste Nebenwirkung sind Schmerzen, welche kurzfristig andauern. Manchmal trifft man mit der Nadel einen Nerv, welcher irritiert ist. Dieser Schmerz lässt schnell nach. Die anderen Risiken beinhalten: Infektionen, Blutung und Verschlechterung der Symptome. Erfreulicherweise sind schwere Nebenwirkungen aufgrund der kontrollierten Durchführung unter Röntgenbildwandler sehr selten.

Wer sollte diese Untersuchung nicht durchführen lassen?

Wenn Sie auf eines der Medikamente allergisch sind, Blutverdünnende Mittel (z.B. Marcumar) nehmen oder Infektionen haben, sollten Sie diese Untersuchung nicht durchführen lassen.

Stand: Juli 2010

Epidurale Injektion

Was ist das?

Eine Epidurale Injektion ist bekannt als Leitungsanästhesie, welche Schmerzen und Entzündungen lindert. Unsere Klinik führt diese Injektionen unter Bildwandlerkontrolle durch, um eine genaue und sichere Injektion zu gewährleisten. Kortisonpräparate sind starke Entzündungshemmende Medikamente welche abschwellend um den entzündeten, wulstigen Nerv und Bandscheibenvorfall wirken. Wegen der geringen Risiken und Auftreten wesentlicher Komplikationen ist es ein sinnvoller Eingriff der ausgeführt werden sollte, wenn Bandscheiben- oder Nervenschmerzen durch konservative Maßnahmen nicht behandelt werden konnten. Ein großer Prozentsatz der Patienten verspürte die komplette Auflösung der Symptome.

Wie wird es durchgeführt?

Zunächst wird oberflächlich ein Lokalanästhetikum verabreicht, bevor eine Spinalnadel in den Epiduralraum des Nacken- oder Lumbalkanals eingeführt wird. Nach genauer Überprüfung der Positionierung der Nadel am Ort ggf. mit einem Kontrastmittel, werden Lokalanästhetikum und Kortisonpräparate in den Epiduralraum hineingespritzt.

Wie oft sollte dieses Verfahren durchgeführt werden?

Es ist generell möglich dieses Verfahren dreimal innerhalb von ein paar Wochen oder Monaten zu wiederholen, obwohl weitere Injektionen kontrolliert werden sollten. Die Injektionen sollten als Einzeldosis verabreicht werden, oder eine Injektion alle 7-14 Tage. Weitere Injektionen können im Ausnahmefall zusätzlich verabreicht werden.

Was sind die zu erwartenden Ergebnisse?

Unmittelbar danach, aber nur kurzzeitig tritt Schmerzfreiheit ein, da das Lokalanästhetikum wirkt. Die Wirkung der Medikamente tritt für gewöhnlich erst nach ein paar Tagen, bis zu zwei Wochen, ein. Wenn Lokalanästhetika verwendet werden, dürfen die Patienten einige Stunden nicht Autofahren. Am nächsten Tag können die vorherigen Tätigkeiten wieder ausgeübt werden.

Was sind die Risiken und Nebenwirkungen?

Risiken und Nebenwirkungen sind selten. Kortisonpräparate können auslösen: Gewichtszunahme, Flüssigkeitsstau, erhöhte Blutzuckerwerte (vor allem bei Diabetikern), erhöhter Blutdruck, Stimmungsschwankungen, Unwohlsein, Schlafstörungen und Unterdrückung der eigenen Produktion von Kortison. Erfreulicherweise sind die schweren Nebenwirkungen äußerst selten. Weitere Risiken sind verbunden mit der ungünstigen Platzierung der Nadel, welche „spinale Kopfschmerzen“ auslösen kann. Andere seltene Risiken sind: Verschlimmerung der Schmerzen, Blutung, Infektionen, Rückenschmerzen, Darm- oder Blasenschwäche, Hämatom, Paralyse, neurologische Schäden oder allergische Anfälle. Um Nebenwirkungen und Risiken vorzubeugen wird der Eingriff in einem sterilen Umfeld und unter Bildwandlerkontrolle durchgeführt.

Wie lange dauert der Eingriff?

30 Minuten sowie die anschließende Beobachtungszeit von ca. 45 Minuten.

Stand: Juli 2010

Facettengelenksinjektionen

Was ist das?

Eine Injektion von Lokalanästhetikum und Kortisonpräparate in das Spinalgelenk(e) um Entzündungen und Schmerzen zu lindern, oder um festzustellen ob ein verdächtiges Gelenk der Auslöser für den Schmerz ist.

Wie wird es durchgeführt?

Der Patient bekommt oberflächlich ein Lokalanästhetikum bevor eine kleine Spinalnadel unter Bildwandlerkontrolle in das Facettengelenk oder die Kapsel eingeführt wird. Lokalanästhetikum und Kortisonpräparate werden injiziert.

Was kann ich nach der Injektion erwarten?

Unmittelbar nach der Injektion kann es sein das Sie keine Schmerzen mehr verspüren. Dies ist aufgrund des Lokalanästhetikums und hält nur für einige Stunden an. Ihre Schmerzen können zurückkehren und Sie können für ein oder zwei Tage schlimme Rücken- oder Nackenschmerzen haben. Sie sollten anfangen den Schmerzverlauf ab dem 3. – 5. Tag zu dokumentieren.

Wie lange dauert der Eingriff?

Dreißig Minuten

Schmerzt der Eingriff?

Der Eingriff wird unter Lokalanästhetikum durchgeführt, was diesen erträglich macht.

Was sollte ich nach dem Eingriff machen?

Sie sollten Eis auf die behandelten Flächen legen. Nach dem ersten Tag dürfen Sie wieder Aktivitäten nachgehen sofern diese erträglich sind.

Kann ich am nächsten Tag in die Arbeit gehen?

Ja. Wenn es keine Komplikationen gibt, können Sie am nächsten Tag in die Arbeit gehen. Was Sie verspüren können, sind Schmerzen im Nacken oder Rücken.

Wie viele Injektionen kann ich haben?

In einem Zyklus von 6 Monaten, führen wir nicht mehr als drei Injektionen durch. Verabreicht man mehr als drei Injektionen, können die Nebenwirkungen von Kortison verstärkt werden. Außerdem, wenn drei Injektionen zu keiner deutlichen Besserung führen, ist es unwahrscheinlich, dass weitere Injektionen helfen werden.

Was sind die Risiken und Nebenwirkungen?

Dieser Eingriff ist sicher wenn er in einer sterilen Umgebung durchgeführt wird. Dennoch gibt es wie bei jedem Eingriff Risiken, Nebenwirkungen und eventuelle Komplikationen. Die häufigste Nebenwirkung sind leichte Schmerzen. Weitere Risiken sind Infektionen, Blutungen und Verschlechterung der Symptome.

Wer sollte diese Injektionen nicht durchführen lassen?

Wie bei anderen Injektionen auch, sollten Sie diesen Eingriff nicht durchführen lassen, wenn Sie Blutverdünnende Mittel (Marcumar) einnehmen.

Stand: Juli 2010

Facettensyndrom - Behandlung

Was ist das?

Facettengelenke sind kleine Verbindungen hinter den Bandscheiben, welche die Wirbelsäule stützen und ihr die Bewegung erlauben. Es sind je 2 Facettengelenke auf jeder horizontalen Ebene; Eines auf der rechten und eines auf der linken Seite der Wirbel. Die Facettengelenke sind auf ihrer Oberfläche mit Knorpel bedeckt. Das Facettengelenk selbst ist umhüllt von einer dickfaserigen Kapsel, welche das Facettengelenk in der richtigen Position hält und dem Gelenk Stütze gibt. Von jedem Facettengelenk laufen 2 kleine Nerven zum Spinalnerv zu, welche Informationen an den Spinalnerv senden und dieser an das Gehirn. Ist das Facettengelenk arthritisch oder anderweitig beeinträchtigt, senden die Nerven dies zum Gehirn, welches diese Informationen als „Schmerz“ übersetzt.

Facettengelenke sind empfindlich gegenüber Verletzungen, Abnutzungserscheinungen und Rissentwicklungen. Verletzungen an den Facettengelenken wie nach einem HWS- Schleudertrauma, Schlafen mit verdrehtem Nacken, eine plötzliche hektische Bewegung, Kopfüber tanzen, unkontrollierte drehende Bewegung des Spinalnervs, können zu einer Kapselverletzung, Irritation der Facettenoberfläche, oder Verkrümmung/ Verformung der Facettenanordnung führen. Täglicher Verschleiß der Facettengelenke kann durch abgenutzte Knorpel oder durch eine abgenutzte Bandscheibe ausgelöst werden. In diesem Fall schrumpft der Hohlraum zwischen den Wirbelkörpern und die Bandscheibe wird zusammengedrückt und wölbt sich vor, was sich mit abnormaler Belastung auf die Facettengelenke auswirkt.

Facettensyndrome im oberen HWS- Bereich können sich durch Kopfschmerzen an der Schädelbasis ausdrücken, Schmerzen in der Augenhöhle, Pfeifen im Ohr, und hohe Nackenschmerzen und Spannungsgefühl zeigen. Extension und Rotation verschlimmern die Symptome. Facettensyndrome im unteren HWS- Bereich können sich als offensichtlicher Schmerz selbst und Spannungsgefühl im Nacken, Schulter und oberen Rücken zeigen, Verlust der normalen S-Kurve und gewöhnlich schmerzt der Nacken bei Extension und Rotation.

Facettensyndrome an der Brustwirbelsäule zeigen sich als Schmerzen im mittleren Rücken mit Muskelverspannungen und Verlust der normalen S-Kurve. Der Schmerz zeigt sich für gewöhnlich bei Extension und Rotation.

Facettensyndrome an der Lendenwirbelsäule zeigen sich als schmerzhafter, klopfender, pochender Schmerz im unteren Rücken, im Gesäß, den Hüften und den Kniesehnen, in Verbindung mit Muskelverspannungen im Rücken. Der Schmerz wird für gewöhnlich ausgelöst durch Drücken auf die Facettengelenke oder simultane Streckung und Drehung in der LWS. Der Schmerz muss unterschieden werden von Sacroiliacalem Schmerz, welcher ähnlich beschrieben wird.

Behandlung

Die Behandlung von Facettensyndromen beinhaltet konservative Therapie wie lokale Wärme, Zug/ Streckung, Entzündungshemmende Medikamente, Muskel- Triggerpunkt- Injektionen, Physikalische Therapie, Interventionelle Therapie sowie Facettendenervierung, dorsale medial branch Nervenblockierung oder Denervierung. Unglücklicherweise gibt es keine heilende Behandlung gegen Arthrose selbst. Wenn die konventionellen Therapien nicht anschlagen werden in der Regel Facetteninfiltrationen durchgeführt. Wenn die Infiltration eine kurze aber entscheidende Schmerzfreiheit erzeugt, ist eine Denervierung zu empfehlen welche die Schmerzen auf Dauer in 80% lindert.

Bevor eine Denervierung durchgeführt wird, muss vorerst eine Facetteninfiltration mit Lokalanästhetikum durchgeführt werden. Bei der Blockierung der Nerven, erhält das Gehirn nicht länger die Information „Schmerz“ von dem betroffenen Facettengelenk und deshalb wird eine Schmerzfreiheit von ca. 2-4 Stunden erreicht. Wenn das Lokalanästhetikum nach 2-4 Stunden seine Wirkung verliert, kehrt der Schmerz für gewöhnlich zurück. Wenn die Infiltration den Schmerz für mindestens 50% lindert, ist die Infiltration positiv verlaufen und eine Denervierung ist angebracht. Wenn der Schmerz jedoch um weniger als 50% gelindert wird, beurteilen die meisten Spezialisten das Ergebnis als unklar und führen eher keine Denervierung durch.

Die Denervierung erfolgt mit einer radiofrequenten Hitzeablation. Die spezielle Nadel wird unter dem Röntgenbildwandler an das Facettengelenk geführt und die Spitze ist direkt auf den Nerv gerichtet, der aus den Facettengelenken seinen Ausgang hat und denerviert werden soll. Sensorische und motorische Tests werden dann ausgeführt um die korrekte Platzierung der Nadel am Nerv zu finden. Die Denervation jedes Nervs erfolgt mit 80°C für 90 Sekunden.

Komplikationen sind bei diesem Eingriff selten, aber einige Patienten machen die Erfahrung mit lokalen Muskelschmerzen und Muskelkrämpfen, was zwischen 2 und 5 Tagen, oder gar länger andauern kann). Der Erfolg einer Denervation hält für immer (in über 80% der Fälle) oder zwischen 6 und 8 Monaten an. Die Denervierung kann in 6-8 Monaten wiederholt werden, falls der Schmerz wieder auftauchen sollte.

Wenn die Denervierung den Schmerz nur teilweise lindert, wird der verbleibende Schmerz gewöhnlich durch chronische Veränderungen der Bänder/Sehnen, dysfunktionelles Sacroiliacalgelenk oder degenerativen Bandscheiben ausgelöst. Krankengymnastik kann hilfreich sein um erschlaffte Bänder und Sehnen zu straffen und die Gelenke zu stärken. Das Resultat sind weniger Schmerzen und bessere Funktion. Injektionen in das Sacroiliacalgelenk in regelmäßigen Abständen mit Steroiden können ebenso die chronischen Schmerzen lindern.

Stand: Juli 2010

Intradiscale Electrothermische Therapie (IDET)

Intradiscale Electrothermische Therapie oder IDET ist eine relativ neue, minimal-invasive Therapie, zur Behandlung von spinalen Bandscheibenabhängigen chronischen Rückenschmerzen. Man geht davon aus das diese Art von andauernden Bandscheibenschmerzen durch Nervenfasern ausgelöst werden, welche schichtweise in einer geschädigten Bandscheibe erwachsen.

Dieses Verfahren sollte allerdings immer vor einem chirurgischen Eingriff mit einer Bandscheibenprothese oder einer Wirbelsäulenversteifung in Betracht gezogen werden.

Vor dem IDET – Verfahren wird ein Sedativum oder Lokalanästhetikum verabreicht. Unter Bildwandlerkontrolle führt Ihr Arzt eine hohle Nadel, welche einen flexiblen Katheter mit einer Hitzesonde beinhaltet, durch den Spinalkanal ein. Der Katheter wird an den inneren Rand der Bandscheibe eingeführt und wird langsam auf ca. 90°C erhitzt. Durch die Hitze verdampft Gewebe und die Bandscheibe verkleinert sich, wodurch sich der Druck auf den Nerv verringert. Antibiotika werden verabreicht um Infektionen vorzubeugen.

Was ist nach dem Eingriff zu erwarten?

Schmerzfreiheit unmittelbar nach dem Eingriff ist für gewöhnlich nicht zu erwarten; Der Schmerz steigt in den nächsten Tagen leicht an. Physikalische Therapie ist ein wichtiger Bestandteil zur Genesung. Während der ersten Wochen nach dem IDET, fangen Sie an zu Gehen und leichte Dehnübungen durchzuführen, wie es Ihnen Ihr Arzt empfohlen hat. Während der ersten zwei bis drei Monate bewegen Sie sich nur wie erlaubt und meiden Sie schweres Heben, Bücken, langes Sitzen und Sport.

Patienten nach einem IDET Verfahren, wird geraten, mindestens zwei bis drei Monate zu warten um Sportarten wie Skifahren, Joggen oder Tennis wieder anzugehen. Eine Rückenbandage sollte für ca. 2-3 Wochen getragen werden.

Warum wird es durchgeführt?

IDET wird genutzt um bestimmte Patienten zu behandeln, die an chronischen Rückenschmerzen aufgrund Bandscheibenprobleme leiden (gewöhnlich für mindestens 6 Monate), trotz umfangreicher nicht-chirurgischer Therapien.

Mögliche schmerzende Bandscheiben, die auf dem MRT identifiziert worden sind benötigen die endgültige Bestätigung durch eine Diskographie.

Unter den Menschen mit Bandscheibenschaden, wird das IDET Verfahren nicht für Patienten die an Bandscheibenzerstörung, Spinalstenose oder spinaler Instabilität leiden, empfohlen.

Wie gut ist das Ergebnis?

Seit der Einführung in den 1990ern, haben Studien von ausgewählten Patienten gezeigt, dass die Mehrheit um mindestens 50% Schmerzlinderung für 6 – 12 Monate erfahren haben.

Risiken:

Komplikationen sind eher selten. In einer Studie von 58 Patienten gab es keinerlei Komplikationen. In einer weiteren Studie von 33 Patienten gaben 5 an, Ihre Schmerzen am Nervenstamm wurden durch eine epidurale Injektion erfolgreich behandelt. Andere mögliche Risiken beinhalten eine Zerstörung des Nervs, Bandscheibenschäden oder Infektionen der Bandscheibe.

Ihre Versicherung muss die Kosten für dieses Verfahren aber nicht übernehmen.

Stand: Juli 2010

Nervenleitungsunterbrechung / Nervenblockaden

Was ist das?

Eine Nervenleitungsunterbrechung ist bekannt als Leitungsanästhesie, welche Schmerzen und Entzündungen lindert. Unsere Klinik führt diese Injektionen unter Bildwandlerkontrolle durch, um eine genaue und sichere Injektion zu gewährleisten. Kortisonpräparate sind starke Entzündungshemmende Medikamente welche abschwellend um den entzündeten, wulstigen Nerv und Bandscheibenvorfall wirken. Wegen der geringen Risiken und Auftreten wesentlicher Komplikationen ist es ein sinnvoller Eingriff, der ausgeführt werden sollte, wenn Bandscheiben- oder Nervenschmerzen durch konservative Maßnahmen nicht behandelt werden konnten. Ein großer Prozentsatz der Patienten verspürte die komplette Auflösung der Symptome.

Wie wird es durchgeführt?

Vor dem Eingriff wird die Haut mit einem Lokalanästhetikum betäubt, bevor die Spinalnadel in den epiduralen Raum im Hals- oder Lendenbereich eingeführt wird. Nach Überprüfung der Lage der Spinalnadel ggf. mit einem Kontrastmittel, werden Lokalanästhetika und Kortisonpräparate in den epiduralen Raum injiziert.

Wie oft muss der Eingriff durchgeführt werden?

Es ist generell möglich, dieses Verfahren bis zu dreimal innerhalb von ein paar Wochen oder Monaten zu wiederholen, obwohl weitere Injektionen kontrolliert werden sollten. Die Injektionen sollten einzeln verabreicht werden, oder eine Injektion alle 7-14 Tage. Weitere Injektionen können im Ausnahmefall zusätzlich verabreicht werden.

Was sind die zu erwartenden Ergebnisse?

Unmittelbar danach, aber nur kurzzeitig tritt Schmerzfreiheit ein, da das Lokalanästhetikum wirkt. Die Wirkung der Kortisonpräparate tritt für gewöhnlich erst nach ein paar Tagen, bis zu zwei Wochen, ein. Wenn Lokalanästhetika verwendet werden, dürfen die Patienten 12 Stunden nicht Autofahren. Am nächsten Tag können die vorherigen Tätigkeiten wieder ausgeübt werden.

Was sind die Risiken und Nebenwirkungen?

Risiken und Nebenwirkungen sind selten. Kortisonpräparate können auslösen: Gewichtszunahme, Flüssigkeitsstau, erhöhte Blutzuckerwerte (vor allem bei Diabetikern), erhöhter Blutdruck, Stimmungsschwankungen, Unwohlsein, Schlafstörungen und Unterdrückung der eigenen Produktion von Kortison. Erfreulicherweise sind die schweren Nebenwirkungen äußerst selten. Weitere Risiken sind verbunden mit der ungünstigen Platzierung der Nadel, welche „spinale Kopfschmerzen“ auslösen kann. Andere seltene Risiken sind: Verschlimmerung der Schmerzen, Blutung, Infektionen, Rückenschmerzen, Darm- oder Blasenschwäche, Hämatom, Paralyse, neurologische Schäden oder Allergische Anfälle. Um Nebenwirkungen und Risiken vorzubeugen wird der Eingriff in einem sterilen Umfeld und unter Bildwandlerkontrolle durchgeführt.

Wie lange dauert der Eingriff?

30 Minuten sowie die anschließende Beobachtungszeit von ca. 45 Minuten.

Stand: Juli 2010

Perkutane Bandscheiben- Dekompression mit Acutherm® oder auch Nucleoplastie®

Therapieverfahren

Acutherm und Nucleoplastie ist eine moderne minimal-invasive Technik die entwickelt wurde, um ausstrahlende Schmerzen in den Beinen und/oder Rückenschmerzen, ausgelöst durch eine Bandscheibenvorwölbung, zu behandeln. Unter Durchleuchtung eines Röntgengerätes, wird eine spezielle Nadel in das Zentrum der ausgewählten Bandscheibe geführt. Durch so genannte Coblation wird Gewebe verflüssigt und verdampft (Nucleoplastie), oder durch eine Hitzesonde das Bandscheibengewebe geschrumpft und somit eine Volumenreduktion der Bandscheibe herbeigeführt.

Schmerzt der Eingriff?

Sie empfinden während des Eingriffes in die Bandscheibe ein leichtes Druckgefühl oder höchstens einen leichten Schmerz. Die Coblation ist relativ schmerzfrei. Ihr Arzt überwacht während des gesamten Eingriffes Ihr Befinden und kann im Bedarfsfalle ein Schmerzmittel verabreichen.

Wie viele Bandscheiben können behandelt werden?

Basierend auf Ihren Symptomen und Ihren Kernspintomographie- Aufnahmen, ermittelt Ihr Arzt welche Bandscheibe(n) Ihre(n) Schmerz(en) auslöst(en). Eventuell wird ein „Discogram“ benötigt, um zu sehen, ob weitere Bandscheiben behandelt werden müssen.

Werde ich das Ergebnis direkt danach feststellen können?

Den Erfahrungen nach, verspüren die Patienten mit ausstrahlenden Schmerzen ins Bein eine schnellere Besserung als die Patienten mit Rückenschmerzen. Ein endgültiges Ergebnis zeigt sich erst nach einigen Wochen.

Darf ich am Tag des Eingriffes etwas essen?

Nein, Sie sollten am Tag Ihres Eingriffes nichts essen. Etwas Wasser zu trinken ist erlaubt. Sie sollten ebenso jemanden zum Heimfahren haben.

Wie lange dauert der Eingriff?

Die Acuthermbehandlung oder Nucleoplastie dauert ca. 30 – 45min, abhängig von der Bandscheibenanzahl die zu behandeln ist.

Ist eine Vollnarkose notwendig?

Nein. Dieser Eingriff wird in lokaler Betäubung durchgeführt, damit Sie während des Eingriffes Ihrem Arzt sagen können, wie Sie sich fühlen und was Sie dabei verspüren. Die meisten Patienten erhalten ein leichtes Sedativum welches Ihnen hilft sich zu entspannen. Wenn nötig, erhalten Sie ein Schmerzmittel während des Eingriffes.

Was kann ich nach dem Eingriff erwarten?

Wir empfehlen den Patienten sich am Tag des Eingriffes zu schonen. Sie können bei Bedarf den behandelten Bereich für 20-30min kühlen. Wenn notwendig, wird Sie Ihr Arzt in bestimmten Aktivitäten einschränken. Lange Autofahrten, Heben, sich bücken, drehen und weitere belastende Bewegungen für den Rücken sind in den ersten Wochen nicht erlaubt. Therapiemaßnahmen beginnen ca. 2-4 Wochen nach dem Eingriff. Eine Rückenbandage sollte für 2-3 Wochen getragen werden.

Gibt es mögliche Risiken/Komplikationen bei diesem Verfahren?

Im Allgemeinen ist dieses Verfahren sicher, dennoch wie bei anderen Verfahren mit Risiken, Nebenwirkungen und eventuellen Komplikationen verbunden. Die häufigste Nebenwirkung ist ein leichter Schmerz nach dem Eingriff. Andere Risiken können sein, dass Zerstören lokaler Nerven, Infektionen, Blutungen und eine Verschlechterung der Symptome. Glücklicherweise sind diese Nebenwirkungen und Risiken selten, da der Eingriff unter der Kontrolle des Röntenbildwandlers stattfindet.

Stand: Juli 2010

Sacroiliacalgelenks-Injektionen

Was ist das?

Eine Injektion in das Sacroiliacalgelenk wird mit einem lang wirkenden Kortisonpräparat und Lokalanästhetikum durchgeführt. Die Sacroiliacalgelenke sind verbunden mit dem letzten Wirbel der Lendenwirbelsäule und dem Becken. Sie sind paarweise (rechts und links) und umgeben von einer Gelenkkapsel wie die Fingerkapsel.

Wie wird es durchgeführt?

Dem Patienten wird oberflächlich ein Lokalanästhetikum verabreicht, bevor eine kleine Spinalnadel unter Bildwandlerkontrolle in das SIG und / oder die Bänder eingeführt wird. Ein Lokalanästhetikum und Kortisonpräparat werden injiziert.

Was kann ich nach der Injektion erwarten?

Unmittelbar nach der Injektion kann es sein, dass Sie keinen Schmerz oder nur noch einen leichten Schmerz verspüren. Das ist durch das Lokalanästhetikum. Dies wird nur für ein paar Stunden andauern. Ihr Schmerz kann zurückkehren und Sie können schlimme Rückenschmerzen für ein bis zwei Tage haben. Das ist durch den Eingriff der Nadel sowie die Irritation des Kortisonpräparates selbst. Sie sollten anfangen den Schmerzverlauf ab dem 3. – 5. Tag zu dokumentieren.

Wie lange dauert der Eingriff?

Dreißig Minuten

Schmerzt der Eingriff?

Der Eingriff wird unter Lokalanästhetikum durchgeführt, was diesen erträglich macht.

Was sollte ich nach dem Eingriff machen?

Sie sollten Eis auf die behandelten Flächen legen. Nach dem ersten Tag dürfen Sie wieder Aktivitäten nachgehen, sofern diese erträglich sind.

Kann ich am nächsten Tag in die Arbeit gehen?

Ja. Wenn es keine Komplikationen gibt, können Sie am nächsten Tag in die Arbeit gehen. Was Sie verspüren werden sind Schmerzen im Nacken oder im Rücken.

Wie viele Injektionen kann ich haben?

In einem Zyklus von 6 Monaten, führen wir nicht mehr als drei Injektionen durch. Verabreicht man mehr als drei Injektionen, können die Nebenwirkungen von Kortison verstärkt werden. Außerdem, wenn drei Injektionen zu keiner deutlichen Besserung führen ist es unwahrscheinlich, dass weitere Injektionen helfen werden.

Was sind die Risiken und Nebenwirkungen?

Dieser Eingriff ist sicher wenn er in einer sterilen Umgebung durchgeführt wird. Dennoch gibt es wie bei jedem Eingriff Risiken, Nebenwirkungen und eventuelle Komplikationen. Die häufigste Nebenwirkung sind leichte Schmerzen. Weitere Risiken sind Infektionen, Blutungen und Verschlechterung der Symptome. Wie bei anderen Injektionen sollten Sie dieses Verfahren nicht durchführen lassen, wenn Sie Blutverdünnende Mittel (Marcumar) nehmen. Nebenwirkungen von Kortison können sein: Ödeme, Gewichtszunahme, erhöhte Blutzuckerwerte (Diabetes), erhöhter Blutdruck, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Schlafstörungen, und die Unterdrückung der körpereigenen Kortisonbildung. Glücklicherweise sind ernsthafte Nebenwirkungen und Komplikationen sehr selten. Sie sollten über sämtliche Bedenken mit Ihrem Arzt sprechen.

Stand: Juli 2010

Triggerpunkte

Was ist ein Triggerpunkt?

Ein Triggerpunkt ist ein Teil in der Muskulatur, die sich zu einem „Herd“ (Auslöser) für Schmerzen und Dysfunktionen gebildet hat. Gewöhnlich ist ein Triggerpunkt als „Knötchen“ oder „Bändchen“ unter der Haut zu tasten. Wenn auf den Triggerpunkt gedrückt wird, ist das sehr schlimm und ein Schmerz wird ausgelöst, welcher in andere Teile des Körpers ausstrahlt (z.B. ein Triggerpunkt im Gesäß zieht bis ins Bein).

Was wird bei einer Injektion in einen Triggerpunkt erreicht?

Eine Injektion in den Triggerpunkt kann diesen beseitigen. Ohne eine Injektion, kann dieser über Wochen oder Monate anhalten oder gar chronisch werden.

Was spüre ich bei der Injektion?

Während der Triggerpunkt injiziert wird, können sie kurz denselben Schmerz verspüren, den sie vorher auch hatten. Dieser Schmerz kann sehr scharf, aber nur kurz sein. Unmittelbar nach der Injektion, ist oft eine merkliche Schmerzlinderung zu verspüren. Ebenso kann eine bessere Beweglichkeit der betroffenen Muskeln die nun weniger verspannt sind erreicht werden.

Wie oft muss ich diese Injektionen erhalten?

In der Regel werden vier Injektionen, im Abstand von 3-7 Tagen, erforderlich. Bezogen auf Ihre Reaktion auf diese Injektion, können Sie und Ihr Arzt das weitere Vorgehen bestimmen.

Wie viele Triggerpunkte werden bei einer Behandlung injiziert?

Wenn Sie das erste Mal eine solche Injektion bekommen, wird Ihr Arzt nicht mehr als 1-2 Triggerpunkte injizieren. Somit machen Sie Ihre ersten Erfahrungen mit diesen Injektionen und Sie und Ihr Arzt können herausfinden wie Ihre Muskulatur auf die Injektionen reagiert. Nach 3-4 Tagen Ihrer Injektion(en), können Sie und Ihr Arzt über das weitere Vorgehen sprechen.

Gibt es bestimmte Vorbereitungen?

Bevor Sie eine Triggerpunktinjektion bekommen, ist es hilfreich, wenn Sie wissen wie Sie die betroffenen Stellen mit Dehnübungen lockern können. Dann, nach der Injektion, sollten Sie diese Dehnübungen stündlich für den Rest des Tages durchführen.

Wie lange hält die Wirkung der Injektionen an?

Das bestmögliche Ergebnis der Injektion hängt von Ihrem Ganzkörperprogramm ab, inklusive physikalischer Therapie und Ihren regelmäßigen Übungen zu Hause. Nach den Injektionen und dem angewandten physikalischen Therapien, können Sie einen langen Nutzen davon tragen. Bei manchen jedoch kehrt der chronische Schmerz trotz Eingriff und physikalischer Therapie zurück, so dass diese Patienten weitere Injektionen benötigen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Dieses ist ein Verfahren mit geringen Risiken, aber wie alle invasiven Eingriffe nicht Risikofrei. Mögliche ungünstige Nebenwirkungen können Muskelverspannungen, Infektionen, Blutungen, Taubheitsgefühl an den injizierten Muskelstellen bis zu 45 Minuten oder Kreislaufprobleme (sehr selten).

Stand: Juli 2010

News

16. Mai 2012 Patienteninformationsreihe

Bandscheibenvorfall - muss man operieren?

Kongress "Das Patellofemoral Gelenk"

Wir möchten Sie über den Kongress am 15./16.6.2012 informieren

MRT Kurse 2012

Wir möchten Sie schon jetzt auf die neuen MRT-Kurstermine im Jahr 2012 hinweisen.



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