UEFA Regions' Cup in Tschechien

Ein Bericht von Simeon Geronikolakis (betreuender Arzt) 31.10.2012

Wir starteten das Turnier mit einem überragenden, auch in dieser Höhe hochverdienten 6:1 Sieg gegen Schottland, während im Parallelspiel die Ungarn mit sehr viel Glück und nach 0:1 Rückstand letztendlich die Tschechen mit 2:1 schlugen.

Auch im zweiten Spiel zeigten wir einen fantastischen Fußball und konnten den Gastgeber Tschechien, gegen den wir damals in der Endrunde in Portugal mit 0:1 verloren hatten, mit 4:0 besiegen. Nicht nur aufgrund der Ergebnisse sondern vor allem aufgrund unserer Art Fußball zu spielen galten wir von da an als hoher Favorit für den Gruppensieg. Die Ungarn haben im anderen Spiel der Gruppe die Schotten 4:2 geschlagen, so dass es im letzten Spiel zu einem Finale der beiden Mannschaften mit den 6 Punkten kam, Ungarn und Deutschland. Ein Unentschieden hätte uns aufgrund des besseren Torverhältnisses gereicht, in Anbetracht der bisherigen Spiele und der Analyse des Gegners sollten wir jedoch ohne größere Probleme als Sieger vom Platz gehen können.

Einen Tag vor diesem Spiel, das, wie auch unsere ersten beiden Spiele, auf einem Rasenplatz ausgetragen werden sollte, regnete es sehr stark. Am Abend des Vortages erfuhren wir somit von der UEFA, dass der Platz vermutlich unbespielbar sein wird, so dass das Spiel kurzfristig auf einen Kunstrasenplatz verlegt wurde, auf den die Ungarn im Gegensatz zu uns sowohl schon gespielt als auch trainiert hatten.

Im Endeffekt hat sich dies als großer Nachteil für uns erwiesen, da wir auf dem Kunstrasenplatz absolut nicht zurecht kamen. Zusätzlich fiel auch noch in den ersten Minuten aus einem direkten Freistoß der erste Gegentreffer und das Unheil nahm seinen Lauf. Die Ungarn hatten nach diesem frühen Tor Selbstvertrauen getankt, waren viel bissiger und aggressiver in den Zweikämpfen und haben gemerkt, dass wir nicht unseren Tag hatten und an diesem Tag zu schlagen waren. Wir konnten tatsächlich unser Spiel nicht aufziehen obwohl wir im Grunde das spielerisch deutlich stärkere Team waren, hatten enorme Schwierigkeiten auf dem Platz und kamen unter die Räder. Unter anderem nach zwei Freistoßtoren und zwei Elfmetertoren sowie eine rote Karte für unseren Torwart (mussten einen Spieler reinstellen da wir schon drei Mal gewechselt hatten) und einer größeren Verletzung unseres Innenverteidigers verloren wir dann aber doch verdient das Spiel mit 6:1 gegen die Ungarn, die ihre Chance erkannt und clever genutzt haben.

Wir beendeten somit diese Qualifikationsrunde als Gruppenzweiter, was aber leider nicht zur Qualifikation für die Endrunde gereicht hat. Es ist sehr schade, da wir eine sehr starke Mannschaft hatten, der ich ebenso zugetraut hätte auch die Endrunde und somit den Regions‘ Cup 2013 zu gewinnen.

Nichtdestotrotz war es eine super Leistung und wieder eine tolle Erfahrung mit einer überragenden Truppe in der ich bereits viele Spieler kannte. Die Delegationsmitglieder waren aus dem letzten Regions‘ Cup in Malta und Portugal auch bekannt; neu dabei war dieses Mal der Trainer der Mannschaft Michael Rentschler, der unter Rainer Adrion zuletzt zwei Jahre Lang Co-Trainer in der deutschen U21 war und durch seine große Erfahrung und seinem exzellenten Fachwissen mit unter anderem ausführlicher Videoanalyse und Computeranimationen von Spielzügen die Mannschaft auf die Spiele sehr gut und akribisch vorbereitete.

Aus medizinischer Sicht gab es dieses Mal zwar weniger als damals in Portugal aber dennoch einiges zu tun. Mit Ausnahme der einen genannten Verletzung unseres Innenverteidigers, aufgrund der ich mit dem Spieler auch zum Röntgen ins Krankenhaus fahren musste, blieb es jedoch nur bei den üblichen geringfügigen Verletzungen und auch allgemeinmedizinischen mehr oder weniger Kleinigkeiten.



Mannschaftsfoto