Vom Laster gerammt! Diakon schwer verletzt

Stuttgart – Sportklinik Cannstatt, Zimmer 206, Endstation eines ehrgeizigen Hilfsprojekts.

Werner Bitzer (57) aus Walddorfhäslach (bei Reutlingen), der Diakon, der für Spenden durch Afrika radeln wollte. Statt nach seiner Rückkehr zuhause liebevoll empfangen zu werden, liegt er jetzt schwer verletzt im Krankenhaus.

Er war Anfang Januar zu einer ungewöhnlichen Benefiz-Tour gestartet. In 120 Tagen wollte er 11 900 Kilometer durch 10 afrikanische Länder radeln. Und damit Geld für eine Schule und eine Werkstatt für bedürftige Jugendliche in Afrika sammeln.

Nach rund 6 500 Kilometern passierte es. Auf einer Schotterpiste in Tansania. Ein Brummi rammte den Radler, der blieb mit einem zerschmetterten Ellbogen liegen.

„Ich war zwischen Iringa und Mbeya unterwegs, als der Unfall passierte. Alles ging rasend schnell“, erzählt Bitzer.

Weil er seinen Arm lieber in Deutschland behandeln lassen wollte, organisierte er sich einen Swiss-Air-Flug von Dar aus Salaam nach Zürich. Von da aus ging es mit dem Krankenwagen nach Stuttgart.

Am Dienstagabend dann die Drei-Stunden-OP. „Da sind jetzt ungefähr 20 Schräubchen drin“, sagt Bitzer. Er weiß, der Unfall hätte für ihn tödlich enden können.

Trotz der schlimmen Erfahrung hat Bitzer weiterhin seinen afrikanischen Traum: „Ich habe dort so viel Elend und Armut, aber auch Lebensfreude und Lerneifer erlebt. Wenn es nur irgendwie geht, kehre ich im kommenden Jahr zurück, fahre wieder.“

Er hat immer noch das Ziel, pro Kilometer fünf Euro Spenden zu sammeln. Bis zum Unfall hatte er erst die Hälfte (29 320 Euro) zusammen.

Von Birthe Arff

Bild Zeitung, 30.03.2009

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