Weg von der Insel

Auf durchgängige Integrationslösungen im Krankenhaus kommt’s an.

Die Medica ist vorbei. Erfolgreich, so das Fazit der Veranstalter. Unter den Ausstellern vertreten war natürlich auch die Firma Olympus. Sie stellt professionelle opto-digitale Produkte her, u. a. für die Anwendung in der Medizin. Unter den Produkten befindet sich auch das Integrationskonzept Endoalpha für die Endoskopie und den OP. Management & Krankenhaus hat Dirk Kruse, Produktmanager bei Olympus in der Business Unit Systemintegration, auf der Messe getroffen und erfahren, was Olympus an Neuigkeiten auf die weltgrößte Medizinmesse mitgebracht hat und was sowohl Olympus als auch das Gesundheitswesen in der nahen Zukunft bewegen wird.

M&K: Herr Kruse, unter den Neuheiten, die Olympus auf der Medica zum ersten Mal gezeigt hat, ist das Endoalpha Workspace Design, ein Modul des Integrationskonzepts Endoalpha, das sich der Arbeitsplatzgestaltung widmet. Wie war die Resonanz?

Dirk Kruse: Durchweg positiv. Das Interesse an dem Konzept mit seinen blauen Glaswänden und der LED-Beleuchtung war groß. Es verbessert die ergonomischen Arbeitsbedingungen und gewährleistet optimale Lichtverhältnisse im OP. Die Beleuchtung fördert die Konzentration und schafft eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Somit steigert das Konzept die Mitarbeiterzufriedenheit und ist ein Instrument zur Bindung qualifizierter Mitarbeiter. Die Glaswände haben nebenbei auch noch einen ganz praktischen Effekt. Sie lassen sich schneller reinigen als geflieste OPs. Aber auch die „harten Fakten“ punkten: Die Platzierung der medizinischen Geräte auf Deckenversorgungseinheiten, eine zentrale Steuerung des Equipments über Touchscreens und eine vernetzte Kommunikation führen zu einer erheblichen Verbesserung der Arbeitsabläufe und des Patientendurchlaufs.

Endoalpha Workspace Design ist eine Modul des Integrationskonzepts Endoalpha. Was bedeutet Systemintegration für Sie?

Kruse: Systemintegration bedeutet die Vernetzung von OP oder Endoskopie mit anderen Funktionsabteilungen. Das Ziel ist ganz klar die Schaffung einer vernetzten Lösung statt vieler kleiner Insellösungen. Das heißt, dass OPs oder Untersuchungen in Form von digitalen Live-Streams im gesamten Krankenhaus und darüber hinaus verfügbar sind und mit verfolgt werden können, z. B. bei Live-Übertragungen in den Hörsaal oder bei der Konsultation des Chefarztes in seinem Büro. Das bedeutet auch, dass Endoalpha für den Datenaustausch an das Krankenhausinformationssystem und das PACS angebunden wird. Im deutschsprachigen Raum haben wir in den vergangenen beiden Jahren über 50 Systemintegrations-Projekte durchgeführt, bspw. In der Sportklinik in Stuttgart, wo auch das neue Raumkonzept umgesetzt wurde. Systemintegration ist ein Thema, das das Gesundheitswesen derzeit beschäftigt und auch in der Zukunft beschäftigen wird und muss.

Lohnt sich ein solches Projekt nur für große Kliniken?

Kurse: Nein. Die Investitionen liegen zwischen 30.000 und 300.000 €, die genauen Ausgaben sind sehr einzelfallabhängig – ein Integrationsprojekt kann sich also durchaus auch für kleinere Kliniken lohnen. Denn die Effizienzsteigerung ist zweifellos vorhanden, vor allem im Hinblick auf den Workflow. Zentraler Faktor dabei: Die Technologie muss bei der Gestaltung der Arbeitsabläufe berücksichtigt werden.

Was tun Sie dafür, dass das Konzept angenommen wird?

Kurse: Wichtig ist uns vor allem, dass wir die Anwender intensiv schulen Die Schulung erfolgt bei uns nach dem Train-the-Trainer-Konzept. Das heißt, eine Gruppe von Spezialisten wird in unserem Trainingszentrum in Hamburg geschult. Diese geben dann ihr Wissen während der täglichen Arbeit an die anderen Teammitglieder weiter, sodass nach einer gewissen Zeit alle Mitarbeiter mit dem System arbeiten können. Während der ersten Tage nach einer Installation sind unsere Mitarbeiter vor Ort und begleiten das Klinikpersonal bei den ersten OPs und Untersuchungen. Das hat sich sehr bewährt.

Welche Visionen haben Sie im Hinblick auf die Systemintegration?

Kruse: Es ist anstrebenswert und langfristig absolut notwendig, dass es eine Öffnung gegenüber Geräten gibt, die nicht zum Portfolio einzelner Hersteller gehören. Davon profitieren letztlich alle Beteiligten. Darüber hinaus werden Steuerungssysteme zur Optimierung der Arbeitsabläufe immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Kontakt:
Dirk Kruse
Business Unit Systemintegration
Olympus Deutschland GmbH, Hamburg
www.olympus.de

Management & Krankenhaus Ausgabe 12/2009